Börsenhandel – eine grobe Einführung (Forex)


Als ich vor ca. 4 Jahren damit anfing, mich den Finanzmärkten zu widmen, ahnte ich noch nicht, dass diese mal einen signifikanten Stellenwert in meinem Leben einnehmen würden. Ich sah mich zu Beginn mit einer unglaublichen Fülle an Informationen und Angeboten konfrontiert. Es war mir weder  möglich, diese richtig einzuordnen, noch zu differenzieren, welche für mich nun wichtig sind und welche nicht. So habe ich mich lange Zeit durch den Wust an Informationen gewühlt, ausprobiert, gelernt und Geld verbrannt, bis ich irgendwann feststellte, dass weniger manchmal mehr ist – sich also nach einiger Zeit nur noch wenige Informationen als relevant erwiesen haben und ich unnötiges „Wissen“ über Bord warf.

„Wie funktioniert der Kram eigentlich!?“

Jeder, der Wind davon bekommt, dass ich an der Börse tätig bin, bringt irgendwann den obligatorischen Standardspruch: „Ah, Aktien. Und, wie stehen die gerade?“. Auf meine Antwort, dass ich überhaupt keine Aktien handle, folgt dann meist: „Wie? Du bist doch an der Börse?“. Ja ja, I know. Und in einer Frittenbude gibt es nur Pommes? Nein, da gibt es auch jede Menge anderen ungesunden Kram ;)

„Forex“. „Was ist Forex?“. „Foreign Exchange“. “Asooo.”

Kurze Pause.

“Und was ist Foreign Exchange?”. “Devisenhandel.”. „Ahhh, okay.“

Eben mal auf die Uhr schauen.

„Und was ist Devisenhandel?“. „Währungshandel.“. „Asooo, sag das doch gleich!“.

Jedem, der mal außerhalb des Euro-Raumes Urlaub gemacht hat oder sich zum Beispiel aus „anderen Gründen“ in Thailand oder dergleichen aufzuhalten pflegt, wird der Begriff „Foreign Exchanche“ schon mal begegnet sein. Um beispielsweise in Thailand bezahlen zu können, muss man sein Urlaubsgeld, also die Euros, die sich noch in der Tasche befinden, in thailändische Baht umtauschen. Hierbei entspricht ein Euro jedoch nicht einem Baht, sondern derzeit etwa 40 Baht. Logisch, oder? Gut. Man hat also den Wechselkurs EUR/THB (so heißt das Devisenpaar tatsächlich) von 40 Baht. Wenn sich der Urlaub nun einige Wochen später dem Ende neigt, man sich samt Sonnenbrand und um einige Kilos bereichert auf den Heimweg macht und sogar noch einige Baht übrig hat, tauscht man das thailändische Geld wieder in Euro um – wäre ja seltsam, wenn man Montagmorgen in Darmstadt-Wixhausen beim Bäcker steht und die Schale Reis, die man gerade bestellt hat zu allem Überfluss noch in Baht bezahlen will.

Sagen wir, man hat viel Geld ausgegeben und 200 Baht übrig (irgendwo müssen die Kilos ja herkommen). Wie war der Wechselkurs beim Umtausch zu Beginn des Urlaubes? Richtig, 40 Bath für einen Euro, was heißt, dass ich für 200 Bath unterm Strich 5€ zurück bekomme. Nun steht man vor dem Schalter und sieht, dass sich der Wechselkurs geändert hat. Das Devisenpaar EUR/THB steht nun bei 20. Es gibt also einen Euro für 20 Bath. Gut oder schlecht? Ziemlich gut sogar, da ich zu diesem Wechselkurs nunmehr keine 5€, sondern 10€ zurückbekomme.

Anhand dieses Beispiels sieht man, dass der Wert des thailändischen Bath in Relation zum Euro gestiegen ist, und zwar um 100%. Vor Urlaubsbeginn wurde der Bath gekauft. Durch die Stärkung des Bath hatte der Kollege Thailandtourist einen Mehrwert in der Tasche und konnte somit mehr Euros zurückkaufen. Gleiches gilt natürlich in umgekehrter Richtung: Hätte der Bath an Wert verloren und hätte am Ende des Urlaubes bei 80 gestanden, hätte ich nur noch 2,50€ rausbekommen. Dies wäre also ein Verlustgeschäft gewesen.

Exakt dieses Schema trifft auch auf den Devisenhandel auf dem Parkett zu. Kaufen bzw. Verkaufen und von der Volatilität, also den Schwankungen der Währungspaare, profitieren.

Natürlich ist der Forex-Handel nur ein Teilbereich des Tradings. Dieser ist hier auch wirklich nur Grob beschrieben. Auf so genannte Hebelwirkungen, also leverage-Produkte, deren Sinn und Unsinn bzw. deren Nutzen und Gefahren, sowie einige Chartbeispiele (das Hauptwerkzeug eines jeden Traders) werde ich in einem anderen Artikel eingehen.

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